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Gillers Memoiren

Desktrukivtes Schreiben Teil 1

Ist wohl grad das Beste, wenn ich ein Stück meines Gedankenstrudels abschneide und es euch zum probieren gebe, vielleicht fällt euch denn auf was ich vergessen habe...

Wie schmeckt es für dich? Es schmeckt doch jedem anders, nur ändert es nicht die Tatsache, dass das was wir essen uns Schaden zufügt. Klar, es sättigt uns für kurze Zeit, doch auch bald werden wir wieder Hunger verspühren und uns wieder was zu Essen besorgen.
Und was essen wir? Gedankenfutter, her gestellt aus Zuständen, abgepackt in Plastiktüten der Differenzierung. Es kostet vielleicht einen wenig oder ein wenig mehr, aber wir brauchen nicht
mehr als auf ein paar Knöpfen zu drücken und zu warten bis der Effekt unserer Taten ein Ergebnis hervor befördert.

Und was ist es diesmal? Eine Tüte Gefühlsdrama? Ein Päckchen Missverständnisse oder eine Dose Ungewissenheit? Wir entscheiden uns meist nach dem was uns am ehesten zusagt. Zur Zeit erlabe ich mich an einer Flasche Einsamkeit. Ich kenne es aus der Werbung, alle reden davon, ich wollte es auch mal probieren und es schmeckt gar nicht so übel. Ein wenig bitter, aber der Süße Geschmack des Selbstmitleids macht dieses Makel wieder weg. Aber zeitweise kann eine leichte Überlkeit auftauchen, wenn ich zu viel davon trinke. Ich sollte mir wohl bald was neues holen, aber der Weg zum Automaten ist so weit. Oder ich verhunger an Sinnlosigkeit... Was soll sonst mein Leben erfüllen? Um mich herum Wunder und Sonnenschein und ich, ich denke zu viel. Ich suche was ich finde, ich ernähre mich von den Ausscheidungen anderer die ich selbst hervor brachte. Soll ich mich hassen? Ich will doch nur wissen was es noch gibt, kenne ich nichts mehr als das eine... Was schmeckt mir?
 
Nach was verzerr ich mich, nach was dürstet es mich? Eine Tüte Wollust bekomme ich an jeder Ecke, aber gibt es nicht noch was anderes? Etwas von was mir nicht Übel wird, von dem ich keine Magenschmerzen bekomme?

Was nimmst du zu dir? Leichtsinn oder Hochmut? Wo bekomm ich sowas her? Habe nie davon kosten können, konnte es mir nie leisten. Der billigste Supermakrt war mir gut genug, hab an Sonderangeboten geschnuppert, hab mich verführen lassen.... hätte sparen sollen an dem was ich hatte. Hab mein ganzes Vermögen in einen Kasten Hoffnung aufgebraucht, doch hielt er nur 2 Jahre. Danach bekam ich noch nicht mal den Pfand zurück. Ich habe gar nix mehr. Habe nie was
gehabt, weil ich nie mit dem umzugehen wusste was ich hatte.

Ist Glück wirklich so teuer?
Und wie schaff ich es, nicht alles aufeinmal zu verschlucken?

Kannst du mir was davon leihen?

24.2.07 15:10





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